Der Stundenverrechnungssatz ist das, was eine Arbeitsstunde deinen Betrieb kostet, plus ein Zuschlag für Wagnis und Gewinn. Du teilst Personalkosten und Gemeinkosten durch die Stunden, die du wirklich abrechnen kannst, und schlägst Wagnis und Gewinn auf.
Rechner Stundenverrechnungssatz
Ergebnis
- Kostendeckender Satz pro Stunde
- 85,71 €
- Stundenverrechnungssatz, netto
- 94,29 €
Die Rechnung teilt deine Kosten durch deine produktiven Stunden und schlägt den Gewinn auf. Keine Steuerberatung.
Die Formel
Stundenverrechnungssatz = (Personalkosten + Gemeinkosten) ÷ produktive Stunden × (1 + Zuschlag für Wagnis und Gewinn)
Die drei Teile:
- Personalkosten sind der Bruttolohn im Jahr plus die Lohnnebenkosten des Betriebs: Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft und Umlagen.
- Gemeinkosten sind alles, was nicht direkt an einer Baustelle hängt: Fahrzeug, Werkzeug, Miete, Versicherungen, Büro, Software, Steuerberater. Arbeitest du selbst mit, gehört auch dein eigener Unternehmerlohn anteilig hierher.
- Produktive Stunden sind die Stunden, die du einem Kunden in Rechnung stellen kannst. Das sind viel weniger als die bezahlten Stunden.
Der Satz ist ein Nettopreis. Die Umsatzsteuer kommt auf der Rechnung dazu.
Warum die produktiven Stunden der Hebel sind
Ein Geselle wird für rund 2.080 Stunden im Jahr bezahlt, bei 40 Stunden an 52 Wochen. Abrechnen kannst du davon deutlich weniger.
Urlaub steht ihm zu: mindestens 24 Werktage, gezählt mit dem Samstag (§ 3 BUrlG). Im Arbeitsvertrag kann mehr stehen. Feiertage fallen je nach Bundesland unterschiedlich an. Bei Krankheit zahlst du bis zu sechs Wochen weiter (§ 3 EFZG). Und auch an einem Arbeitstag ist nicht jede Stunde abrechenbar: Fahrt ohne Anfahrtspauschale, Material holen, Aufräumen, Nacharbeit.
Setzt du die produktiven Stunden zu hoch an, ist dein Satz zu niedrig, und jede Stunde kostet dich Geld. Rechne deshalb mit deinen echten Zahlen aus dem letzten Jahr, nicht mit der Arbeitszeit laut Vertrag.
Ein Beispiel, durchgerechnet
Alle Werte sind Annahmen für einen Gesellen in einem kleinen Betrieb mit drei Gesellen. Setz deine eigenen Zahlen ein.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Bruttolohn im Jahr | 3.200 € × 12 | 38.400,00 € |
| Lohnnebenkosten, Annahme 23 % | 38.400 € × 0,23 | 8.832,00 € |
| Personalkosten | 38.400 € + 8.832 € | 47.232,00 € |
| Anteil Gemeinkosten | 54.000 € ÷ 3 Gesellen | 18.000,00 € |
| Kosten im Jahr | 47.232 € + 18.000 € | 65.232,00 € |
| Bezahlte Stunden | 52 × 40 | 2.080 Std |
| Abzug Urlaub, Feiertage, Krankheit | (30 + 10 + 10) Tage × 8 Std | 400 Std |
| Anwesenheitsstunden | 2.080 − 400 | 1.680 Std |
| Produktive Stunden, Annahme 85 % | 1.680 × 0,85 | 1.428 Std |
| Kosten je produktiver Stunde | 65.232 € ÷ 1.428 | 45,68 € |
| Wagnis und Gewinn, Annahme 12 % | 45,68 € × 1,12 | 51,16 € |
Der Stundenverrechnungssatz in diesem Beispiel liegt bei 51,16 € netto. Unter 45,68 € deckt eine Stunde nicht einmal die Kosten.
Was du mit dem Satz machst
Der Satz ist die Grundlage für zwei Dinge: den Preis einer Regiestunde, wenn du nach Aufwand abrechnest, und die Kalkulation deiner Einheitspreise. Eine Position in Quadratmetern ist nichts anderes als Stunden je Quadratmeter mal Stundensatz plus Material.
Rechne den Satz einmal im Jahr neu, und immer dann, wenn sich Löhne, Tarif oder Fahrzeugkosten ändern.
Dieser Rechner ersetzt keine Beratung durch deinen Steuerberater oder deine Handwerkskammer.
So nutzt du ihn in Meyster
Jedes Gewerk im Katalog von Meyster bringt eine Regiestunde mit, etwa Regiestunde Trockenbau oder Regiestunde Malerarbeiten. Ihren Vorschlagspreis ersetzt du durch deinen eigenen Stundenverrechnungssatz.
Bei jeder Leistung im Katalog kannst du statt eines Prozentwerts die geschätzte Arbeitszeit und einen Stundensatz eintragen. Meyster rechnet daraus den Lohnanteil der Position aus, der bei Privatkunden als Lohn nach § 35a EStG auf der Rechnung steht. Das gilt in beiden Tarifen. Mehr dazu in der Hilfe unter Eine Katalogposition anlegen.
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