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Studie

Marktanalyse Handwerk 2026

349.501 Baubetriebe mit weniger als 20 Personen, 36,4 % davon ohne Fachsoftware: Zahlen zu Gewerken, Größen und den E-Rechnungs-Fristen.

Stand 29.09.2026, von Luka Harambasic

In Deutschland gab es 2024 genau 349.501 Baubetriebe mit weniger als 20 tätigen Personen, Bauträger nicht mitgezählt. Rund 36,4 Prozent davon schreiben Angebote und Rechnungen noch in Word, Excel oder auf Papier, und für die meisten ist der 01.01.2028 der Stichtag für die E-Rechnung.

Kleine Baubetriebe 2024
349.501
Ohne Fachsoftware
36,4 %
Im Ausbaugewerbe
261.734
Über 800.000 € Umsatz
rund 19 %
Stand
29.09.2026

Die Ergebnisse auf einen Blick

  • In Deutschland gab es 2024 genau 349.501 Baubetriebe mit weniger als 20 tätigen Personen, Bauträger nicht mitgezählt.
  • Rund 36,4 Prozent davon, etwa 127.100 Betriebe, schreiben Angebote und Rechnungen noch in Word, Excel oder auf Papier.
  • Drei Viertel der kleinen Baubetriebe, 261.734, gehören zum Ausbaugewerbe.
  • Ein Drittel der kleinen Baubetriebe, 116.833, sind Betriebe mit höchstens einer tätigen Person.
  • Nur rund 19 Prozent der kleinen aktiven Bauhandwerksbetriebe lagen 2024 über 800.000 Euro Umsatz, in den Ausbaugewerken nur rund 10 Prozent.
  • Für die meisten kleinen Ausbaubetriebe ist damit der 01.01.2028 der Stichtag für die E-Rechnung, nicht der 01.01.2027.
  • Anfang 2026 stellte laut einer Umfrage des ZDH unter 1.926 Betrieben nur rund ein Drittel der Handwerksbetriebe E-Rechnungen aus.
  • Etwa die Hälfte der übrigen Betriebe will erst im zweiten Halbjahr 2027 damit anfangen.
  • Ein Ausbaubetrieb mit weniger als 5 Personen setzte 2024 im Schnitt 183.000 Euro um.
  • Die Zahl kleiner Baubetriebe sank von 2021 bis 2024 um 1,4 Prozent.

Quelle: Meyster Marktanalyse Handwerk 2026.

So ist die Analyse entstanden

Meyster hat die Analyse selbst erstellt, Stand 29.09.2026. Meyster verkauft Software für Handwerksbetriebe. Deshalb nennt diese Seite zu jeder Zahl ihre Herkunft und ihre Güte.

Der Plan stand fest, bevor eine Quelle gelesen wurde. Er legte den Markt fest: Deutschland, Baugewerbe nach Wirtschaftszweig (WZ 2008, Abschnitt F), Betriebe mit weniger als 20 tätigen Personen, Inhaber mitgezählt. Ein Betrieb ist ein Unternehmen, denn ein Unternehmen kauft Software. Bauträger (WZ 41.1) zählen nicht dazu.

Sechs Recherchestränge sammelten die Belege: amtliche Statistik, Handwerksstatistik, drei Stränge zu Software für Angebote und Rechnungen, und Umfragen zur Nutzung. Die Zahl der Betriebe kommt von oben aus der Eurostat-Unternehmensstatistik und ist gegen Destatis, die Bundesagentur für Arbeit, die Umsatzsteuerstatistik und die Handwerkszählung geprüft. Jeder Anteil auf dieser Seite teilt durch dieselbe Zahl: 349.501.

Die Analyse hat auch Anteile einzelner Anbieter geschätzt. Kein Anbieter veröffentlicht seine zahlenden Kunden in Deutschland, deshalb wären diese Zahlen reine Schätzungen. Diese Seite veröffentlicht sie nicht.

Die Güte jeder Zahl

Jede Zahl trägt eine Güte von A bis D.

GüteBedeutung
AAmtliche Statistik
BDritte Quelle oder Pflichtveröffentlichung, etwa ein Jahresabschluss
CAngabe eines Unternehmens oder eine Ersatzgröße
DSchätzung, in dieser Analyse gebildet, immer mit Spanne

Eine Zahl der Güte A kannst du ohne Einschränkung zitieren. Eine Zahl der Güte D ist eine begründete Schätzung. Zitiere sie mit ihrer Spanne.

349.501 Betriebe nach Größe

Eurostat zählte 2024 in Deutschland 377.905 Unternehmen im Baugewerbe. 356.316 davon (94,3 Prozent) hatten weniger als 20 tätige Personen. Ohne die 6.815 Bauträger dieser Größe bleiben 349.501.

Tätige PersonenBetriebe 2023Betriebe 20242024 ohne BauträgerAnteilGüte
0 bis 1119.618118.810116.83333,4 %A
2 bis 9198.391203.059198.62856,8 %A
10 bis 1942.09734.44734.0409,7 %A
unter 20360.106356.316349.501100 %A

Quelle: Eurostat sbs_sc_ovw, ausgewertet in der Meyster Marktanalyse Handwerk 2026.

Eine Stelle braucht Vorsicht. Die Klasse 10 bis 19 fiel 2024 um mehr als 7.000 Betriebe, im Jahr, in dem das Register die Zählweise umstellte. Die Analyse setzt sie deshalb mit 34.000 bis 42.000 Betrieben an. Die Summe unter 20 Personen ist davon nicht berührt.

Die anderen Quellen passen dazu

Jede amtliche Quelle zählt eine andere Einheit. Richtet man die Einheiten aus, stimmen sie überein.

QuelleWas sie zähltAnzahlGüte
Eurostat, 2024Unternehmen unter 20 Personen356.316A
Destatis Kleinunternehmenserhebung, 2024Rechtliche Einheiten unter 20 Personen361.645A
Destatis Unternehmensregister, 2024Alle Unternehmen im Abschnitt F378.480A
Handwerkszählung, 2024Aktive Bauhandwerksbetriebe unter 20 Personen, Anlage A und B1241.337A
Handwerksrolle, Ende 2025Eintragungen im Bauhandwerk, A, B1 und B2472.365A
Bundesagentur für Arbeit, Juni 2025Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten231.851A
Außerhalb jedes RegistersAktive Kleinstbetriebe, meist solo40.000 bis 100.000D

Das Register lässt Betriebe ohne Beschäftigte mit höchstens 22.000 Euro Umsatz aus. Diese Kleinstbetriebe stehen nicht in der Zahl 349.501.

Die Betriebe nach Gewerk

Das Ausbaugewerbe (WZ 43.2 und 43.3) stellt 261.734 der 349.501 kleinen Baubetriebe, drei Viertel des Markts.

WZ 2008GewerkBetriebeAnteilGüte
43.22Sanitär, Heizung, Klima46.25513,2 %D
43.33Fußboden, Fliesen, Tapezierer43.71912,5 %D
43.21Elektro40.06611,5 %D
43.29Sonstige Bauinstallation, Dämmung39.99211,4 %D
43.32Bautischlerei, Bauschlosserei39.37711,3 %D
43.34Maler, Glaser31.2788,9 %D
43.99Gerüstbau, Mauerarbeiten, Abdichtung27.4667,9 %D
43.91Dachdecker, Zimmerer26.6927,6 %D
41.2Bau von Gebäuden, Maurer17.0354,9 %A
43.31Stuck, Putz, Trockenbau11.7963,4 %D
43.39Sonstiger Ausbau9.2512,6 %D
42Tiefbau8.3352,4 %A
43.1Abbruch, vorbereitende Baustellenarbeiten8.2382,4 %A
Alle kleinen Baubetriebe349.501100 %A

Quelle: Eurostat sbs_sc_ovw und sbs_ovw_act. Eurostat veröffentlicht unterhalb der dreistelligen Ebene keine Größenklassen. Die vierstelligen Werte übertragen deshalb die Größenverteilung der dreistelligen Klasse, daher Güte D. Die Zeilen ergeben 349.500, weil Eurostat jeden Wert rundet.

Klein auch beim Umsatz

Im Handwerk setzte ein Ausbaubetrieb 2024 im Schnitt diese Beträge um:

Tätige PersonenUmsatz je Betrieb 2024Güte
unter 5183.000 €A
5 bis 9665.000 €A
10 bis 191,55 Mio. €A

Quelle: ZDH, Auswertung der Handwerkszählung 2024. Am kleinsten sind die Fliesenbetriebe: Einer mit weniger als 5 Personen setzte im Schnitt 139.000 Euro um. 81 Prozent der Fliesenbetriebe haben weniger als 5 tätige Personen.

In der Umsatzsteuerstatistik lagen 2024 98.377 der 324.167 umsatzsteuerpflichtigen Betriebe der Abteilung WZ 43 (Ausbau, Bauinstallation und vorbereitende Baustellenarbeiten) unter 100.000 Euro Umsatz, das sind 30,3 Prozent (Güte A).

Wie Betriebe Angebote und Rechnungen schreiben

Keine Statistik zählt, womit ein Baubetrieb seine Rechnungen schreibt. Die Analyse gewichtet deshalb Umfragen nach Größenklasse. Solo-Betriebe nutzen öfter Word, Excel oder Papier als Betriebe mit Beschäftigten.

So schreibt der BetriebBetriebeSpanneAnteilGüte
Word, Excel oder Papier127.100105.600 bis 150.50036,4 %D
Branchensoftware fürs Handwerk117.40094.100 bis 140.70033,6 %D
Allgemeines Rechnungs- oder Buchhaltungsprogramm84.70077.000 bis 92.40024,2 %D
Nicht zuzuordnen20.300Rest5,8 %D
Alle kleinen Baubetriebe349.501100 %A

Quelle: Meyster Marktanalyse Handwerk 2026. Die Gewichtung: 45 bis 55 Prozent der Solo-Betriebe, 25 bis 40 Prozent der Betriebe mit 2 bis 9 Personen und 10 bis 20 Prozent der Betriebe mit 10 bis 19 Personen schreiben ohne Fachsoftware.

Die Umfragen dahinter zeigen in dieselbe Richtung. In einer Umfrage unter Selbstständigen von 2025 nutzten 57 Prozent ein Rechnungs- oder Buchhaltungsprogramm, 37 Prozent schrieben Rechnungen in Word, Excel oder einem Grafikprogramm, und 24 Prozent nutzten noch Papier. Unter Handwerksbetrieben mit Beschäftigten verschickten 2025 laut Bitkom 62 Prozent ihre Rechnungen digital, ein PDF aus Word eingeschlossen.

Der Markt wächst nicht

KennzahlFrüherSpäterGüte
Baubetriebe unter 20 Personen361.502 (2021)356.316 (2024)A
Insolvenzen im Baugewerbe2.423 (2021)4.062 (2025)A
Gewerbeanmeldungen und Abmeldungen, Januar bis Juli 202635.887 Anmeldungen32.604 AbmeldungenA

Quelle: Eurostat, Destatis GENESIS 52411 und 52311. Die Zahl kleiner Baubetriebe sank in drei Jahren um 1,4 Prozent. Rund 1 Prozent der Betriebe geht jedes Jahr in die Insolvenz, und 2026 gibt es wieder mehr Anmeldungen als Abmeldungen.

Die Fristen der E-Rechnung und wen sie treffen

Stand 29.09.2026 stehen alle Termine. Der ZDH hat gefordert, die Stufe 2027 auf 2028 zu verschieben. Der Kabinettsentwurf des Jahressteuergesetzes 2026 vom 12.08.2026 ändert keinen Termin.

DatumWas giltWen es trifftGüte
01.01.2025Jeder inländische Betrieb muss E-Rechnungen empfangen könnenAlle 349.501 kleinen BaubetriebeA
12.08.2026Kabinettsentwurf Jahressteuergesetz 2026, keine Änderung der TermineJeder AusstellerA
01.01.2027Pflicht zum Ausstellen bei mehr als 800.000 Euro VorjahresumsatzRund 45.000 von 241.000 kleinen aktiven Bauhandwerksbetrieben, 19 %D
2. Halbjahr 2027Etwa die Hälfte der Betriebe ohne E-Rechnung will hier anfangenStichprobe des ZDH, 1.926 BetriebeB
01.01.2028Jede Rechnung an ein anderes Unternehmen ist eine E-RechnungAlle übrigen Betriebe, soweit sie Geschäftskunden haben. Unter 800.000 Euro Umsatz liegen rund 81 % der kleinen BauhandwerksbetriebeD

Quellen: § 27 Abs. 38 UStG, BMF FAQ E-Rechnung, ZDH, Handwerkszählung 2024. Ausgenommen bleiben Kleinunternehmer, Rechnungen bis 250 Euro brutto und Rechnungen an Privatkunden.

Die Stufe 2027 trifft die Gewerke sehr unterschiedlich:

GewerkAnteil über 800.000 € Umsatz, 2024Güte
Sanitär, Heizung, Klima28 %D
Maurer und Dachdecker25 %D
Elektro22 %D
Ausbaugewerke, etwa Maler, Fliesen, Boden, Trockenbau10 %, rund 8.800 von 91.300D

Quelle: ZDH, Handwerkszählung 2024, ausgewertet in der Meyster Marktanalyse Handwerk 2026. In der letzten Umfrage, die danach fragte, hatten 69 Prozent der Handwerksbetriebe Geschäftskunden. Für sie gilt die Pflicht spätestens ab 2028.

Was die ZDH-Umfrage zur E-Rechnung zeigt

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks befragte vom 12.01.2026 bis zum 27.02.2026 insgesamt 1.926 Betriebe aus 52 Handwerkskammern. Die Ergebnisse erschienen am 18.05.2026.

ErgebnisWert
Betriebe, die schon E-Rechnungen ausstellenrund ein Drittel
Von den übrigen: Start noch 2026 geplant19,4 %
Von den übrigen: Start im 1. Halbjahr 2027 geplant18,3 %
Von den übrigen: Start im 2. Halbjahr 2027 geplantetwa die Hälfte
Betriebe mit GoBD-konformer Archivierungrund ein Drittel
Empfangene Rechnungen je Betrieb 2025rund 1.200, etwa die Hälfte als E-Rechnung
Empfang aufwendiger als vorher47,4 %
Weiterverarbeitung aufwendiger als vorher48,2 %
Unlesbare Pflichtangaben erlebt30,9 %
PDF und Daten weichen voneinander ab19,3 %
Rechnungen, die die Prüfung nicht bestehen7 %
Einmalige Kosten der Umstellungknapp 3.000 € im Schnitt
Laufende Kosten798 € im Jahr im Schnitt

Quellen: ZDH, Umfrageergebnisse E-Rechnung; handwerk.com vom 18.05.2026. Die Aufteilung nach Gewerk, Größe und Software liegt im Mitgliederbereich des ZDH und ist hier nicht enthalten.

Was die Zahlen nicht sagen

Kein Anbieter veröffentlicht, wie viele zahlende Betriebe er in Deutschland hat, wie groß sie sind oder in welchem Gewerk sie arbeiten. Jede Zahl zur Nutzung von Software hat deshalb die Güte D.

Die einzige Umfrage, die Anbieter nennt, stammt von 2020 und umfasst 234 Dachdeckerbetriebe. Einige Quellen blieben verschlossen: Registerdaten hinter einer Bezahlschranke und die Aufteilung der ZDH-Umfrage nach Software.

Die größte Unsicherheit liegt bei den rund 58.600 Betrieben mit Branchensoftware, die keine Zählung einem Anbieter zuordnet. Die Umfragen zeigen doppelt so viel Branchensoftware, wie die bekannten Anbieter zusammen erklären.

So zitierst du die Analyse

Du darfst jede Zahl dieser Seite zitieren, mit ihrer Güte und, bei Güte D, mit ihrer Spanne. Nenne als Quelle:

"Quelle: Meyster Marktanalyse Handwerk 2026"

Stand ist der 29.09.2026. Ändert sich eine Zahl, steht die Änderung im Änderungsprotokoll dieser Seite.

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