Positionen, Mengen und Preise in Angebot und Rechnung
Wie der Positions-Editor in Angebot und Rechnung aufgebaut ist, Leistung und Material, Mengen und Einheiten, und wie der § 35a Arbeitskostenanteil entsteht.
Ein Angebot und eine Rechnung bestehen beide aus Positionen: einzelnen Zeilen mit Titel, Menge und Preis. Beide Belege nutzen genau denselben Editor. Was hier steht, gilt also für Angebote und Rechnungen gleichermaßen. Wenn ein anderer Artikel auf die Positionen verweist, landen Sie hier.
Aufbau: Abschnitte und Positionen
Ein Beleg gliedert sich in Abschnitte. Jeder Abschnitt hat einen Titel, eine optionale Beschreibung und beliebig viele Positionen. Sie können mehrere Abschnitte anlegen, zum Beispiel einen pro Gewerk oder pro Bauabschnitt.
Im Editor legen Sie eine Position manuell nur als Dienstleistung oder Material an. Im Datenmodell gibt es außerdem die Typen Text, Zwischensumme und Baugruppe. Diese kann der Editor heute nicht von Hand erzeugen, sie entstehen nur, wenn Meyster sie selbst anlegt, zum Beispiel eine Baugruppe aus einer Katalog-Vorlage. Eine Baugruppe fasst ihre eingeschlossenen Unterpositionen zu einer Zeile zusammen und multipliziert die Summe mit der eigenen Menge. Das betrifft nur Vorlagen mit mehreren Teilen und ist für den manuellen Alltag nicht wichtig.
Dienstleistung oder Material
Jede Position hat ein kleines Symbol vorne: einen Schraubenschlüssel für Dienstleistung, eine Box für Material. Ein Klick öffnet ein Menü zum Umschalten.
Der Unterschied ist mehr als Kosmetik. Nur eine Dienstleistungsposition kann einen eigenen Lohnanteil tragen, der später den § 35a Arbeitskosten-Split speist (mehr dazu weiter unten). Eine Materialposition zählt für diesen Split immer vollständig als Material. Schalten Sie eine Position von Material zurück auf Dienstleistung, verwirft Meyster einen vorhandenen Lohnanteil sofort und setzt ihn auf leer zurück. Das Umschalten löscht keine anderen Angaben, Titel, Menge, Einheit und Preis bleiben stehen.
Wann Sie was nutzen
Nehmen Sie Dienstleistung, wenn Sie Ihre eigene Arbeitszeit oder die Ihrer Mitarbeitenden abrechnen, auch wenn in der Position Material enthalten ist. Nehmen Sie Material, wenn Sie einen Artikel ohne eigenen Arbeitsanteil weiterberechnen, etwa eine Lieferung, die Sie nur durchreichen.
Menge, Einheit, Einzelpreis, Gesamt
Pro Position tragen Sie einen Titel, wahlweise eine Beschreibung, eine Menge, eine Einheit und einen Einzelpreis ein. Die Einheit wählen Sie aus einer festen Liste (die Einheiten-Combobox), freien Text können Sie hier nicht eintragen. Das hält Angebot und Rechnung mit den üblichen Bau- und Handwerkseinheiten konsistent, etwa m², lfm oder Stück.
Die Spalte Gesamt rechnet live mit, während Sie tippen:
Gesamt = Menge × Einzelpreis × (1 − Rabatt / 100)
Da der Editor heute keinen Rabatt pro Position anbietet (siehe nächster Abschnitt), ist der Rabattfaktor in der Praxis immer 1. Die Formel gilt trotzdem so, weil sie auch auf dem Server verwendet wird, sobald Sie speichern. Der angezeigte Wert ist eine Vorschau. Die verbindlichen Zahlen berechnet und speichert Meyster erst beim Speichern auf dem Server, dort können sich Rundungen minimal von der Vorschau unterscheiden.
Rabatt und Steuersatz pro Position
Eine Position kann laut Datenmodell einen eigenen Rabatt und einen eigenen Steuersatz tragen. Der Editor bietet dafür heute kein Eingabefeld an. Jede neue Position übernimmt automatisch den einen Steuersatz, den Sie für den ganzen Beleg festgelegt haben (Angebots- oder Rechnungsdetails). Wollen Sie einen abweichenden Steuersatz oder einen Rabatt für eine einzelne Zeile, geht das heute nicht.
Diese Felder existieren also in der Datenbank und in der Spezifikation, sie sind aber nicht erfunden: Wenn Sie später eine Version sehen, in der ein Rabattfeld pro Zeile auftaucht, ändert sich an dieser Beschreibung nichts Grundsätzliches, nur die Bedienung. Heute gilt: ein Steuersatz für den ganzen Beleg, kein Rabatt pro Zeile.
Aus dem Katalog oder der Materialpreisliste einfügen
Über die Schaltfläche Position hinzufügen an jedem Abschnitt haben Sie bis zu drei Möglichkeiten:
Manuell hinzufügen
Eine leere Dienstleistungsposition. Sie füllen alle Felder selbst aus.
Aus Vorlage
Eine einzelne Position oder ein ganzer Abschnitt aus Ihrem Leistungskatalog. Nur sichtbar, wenn der Katalog für Ihre Firma eingeschaltet ist.
Aus Lieferantenpreisen
Ein Artikel aus der Materialpreisliste, immer verfügbar. Meyster legt daraus eine Materialposition an.
Ein Katalogeintrag vom Typ Dienstleistung trägt einen hinterlegten Lohnanteil in Prozent. Fügen Sie ihn ein, teilt Meyster den Zeilenpreis sofort in Lohn- und Materialanteil auf: Lohnanteil ist Gesamtpreis mal Lohnanteil-Prozent, der Rest ist Materialanteil. Bei einem Artikel aus der Materialpreisliste speichert Meyster zusätzlich den ursprünglichen Lieferantenpreis in einem eigenen Feld. Das ist nicht derselbe Wert wie der § 35a Materialanteil weiter unten, es ist nur die Grundlage, aus der Ihr Verkaufspreis berechnet wurde, etwa mit einem Aufschlag.
Optionale und alternative Positionen
Eine Position kann eingeschlossen, optional oder alternativ sein. Optionale und alternative Positionen tragen im Editor ein kleines Kennzeichen (Optional oder Alternativ) und zählen nicht in die Steuersummen oder in die Gesamtsumme des Belegs. Ihr Betrag steht separat als ausgeschlossene Summe.
Solche Positionen legen Sie im Editor selbst nicht von Hand an. Sie entstehen, wenn ein Kunde im Kundenportal ein Angebot mit wählbaren Extras erhält und dort selbst entscheidet, welche er annimmt. Wandeln Sie ein Angebot in eine Rechnung um, können Sie vorher im Angebot eine optionale Position auf eingeschlossen umstellen, dann nimmt die Rechnung sie mit. Der Editor zeigt heute nur die Kennzeichnung an, ein eigenes Bedienelement, um eine Position selbst zu Optional oder Alternativ zu machen, gibt es in dieser Tabelle nicht.
Der Arbeitskosten-Split nach § 35a
Nach § 35a Abs. 3 EStG kann ein privater Haushalt 20 Prozent des Arbeitslohns einer Handwerkerleistung von der Steuer absetzen, gedeckelt auf 1.200 Euro pro Haushalt und Jahr, was 6.000 Euro förderfähigen Kosten entspricht. Förderfähig sind Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten samt der darauf entfallenden Umsatzsteuer, Material zählt nicht dazu. Der Kunde braucht eine Rechnung, die Lohn getrennt von Material ausweist, und die Zahlung muss unbar erfolgen.
Deshalb rechnet Meyster für jede Rechnung an einen privaten Kunden aus, welcher Teil der Summe Lohn ist und welcher Material. Grundlage sind ausschließlich die eingeschlossenen Positionen, so entstehen die Zahlen:
- Eine Materialposition zählt immer zu 100 Prozent als Materialanteil. Ihr eigener Lieferantenpreis (siehe oben) spielt dabei keine Rolle.
- Eine Dienstleistungsposition ohne eigenen Lohnanteil zählt zu 100 Prozent als Lohnanteil. Speichert Meyster eine Dienstleistungsposition, für die Sie keinen Lohnanteil eingetragen haben, setzt Meyster ihn beim Speichern automatisch auf den vollen Zeilenpreis. Eine handgeschriebene Dienstleistungsposition ist damit fürs Rechnungsprüfamt also von Anfang an vollständig Arbeitslohn, es sei denn, Sie ändern das.
- Eine Dienstleistungsposition mit eigenem Lohnanteil (nur möglich, wenn sie aus einem Katalogeintrag mit hinterlegtem Lohnanteil eingefügt wurde) teilt sich auf: der Lohnanteil zählt als Lohn, der Rest des Zeilenpreises als Material.
Ein manuelles Feld, um einer selbst getippten Position nachträglich einen Lohnanteil zuzuweisen, gibt es im Editor nicht. Der Split entsteht ausschließlich daraus, ob und mit welchem Katalogeintrag eine Position angelegt wurde.
Der Split gilt nur für Kunden vom Typ Privatperson und nur auf einer Rechnung, nie auf einem Angebot. Die zugrunde liegenden Werte, Lohnanteil und Materialanteil je Position, trägt jede Position aber von Anfang an, auch im Angebot. Das ist der Grund, warum sich beim Umwandeln eines Angebots in eine Rechnung nichts an diesen Zahlen ändert, sie werden nur ab dann sichtbar gemacht.
Beispiel: eine Dienstleistung mit 40 Prozent Lohnanteil, ein Material
Abschnitt "Bad sanieren" enthält zwei Positionen:
| Position | Typ | Menge | Einzelpreis | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Bodenfliesen verlegen (aus Katalog, 40 % Lohnanteil) | Dienstleistung | 1 | 800,00 € | 800,00 € |
| Feinsteinzeug-Fliesen 60x60 | Material | 30 m² | 21,00 € | 630,00 € |
Die Katalogposition teilt sich sofort in Lohnanteil 320,00 € (40 Prozent von 800,00 €) und Materialanteil 480,00 € auf. Die Materialposition zählt vollständig als Material.
Ergebnis des § 35a Splits auf der Rechnung: Lohnanteil 320,00 €, Materialanteil 1.110,00 € (480,00 € aus der Dienstleistung plus 630,00 € aus der Materialposition).
Häufige Fragen
Warum sehe ich den Arbeitskosten-Split nicht auf dem Angebot?
Der Block erscheint nur auf einer Rechnung an eine Privatperson. Ein Angebot druckt ihn nie, auch wenn dieselben Positionen dort schon denselben Lohn- und Materialanteil tragen.
Kann ich einer einzelnen Position einen anderen Steuersatz geben?
Nicht heute. Jede Position übernimmt automatisch den einen Steuersatz des ganzen Belegs, den Sie in den Angebots- oder Rechnungsdetails festlegen. Ein eigener Steuersatz pro Position ist in der Datenbank vorgesehen, aber im Editor nicht bedienbar.
Was passiert mit dem Materialpreis, den ich beim Einfügen aus der Materialpreisliste sehe?
Das ist der ursprüngliche Lieferantenpreis, aus dem Meyster Ihren Verkaufspreis vorschlägt. Er ist nicht derselbe Wert wie der § 35a Materialanteil dieser Zeile. Für den § 35a Split zählt bei einer Materialposition immer der volle Zeilenpreis, unabhängig vom hinterlegten Lieferantenpreis.
Wieso hat meine handgeschriebene Dienstleistungsposition automatisch 100 Prozent Lohn?
Weil Meyster beim Speichern jeder Dienstleistungsposition ohne eigenen Lohnanteil den vollen Zeilenpreis als Lohn zuweist. Das ist der sichere Standard: ohne Katalogangabe geht Meyster davon aus, dass die ganze Zeile Ihre Arbeitszeit ist.
Kann ich eine optionale Position wieder normal einschließen?
Ja, aber nicht in diesem Editor. Der Kunde entscheidet im Kundenportal, oder Sie stellen die Position um, bevor Sie ein Angebot in eine Rechnung umwandeln.