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Das Prüfungspaket für die Betriebsprüfung erstellen

Wie Sie für ein Wirtschaftsjahr ein vollständiges Paket mit allen Belegen für das Finanzamt erstellen, und warum es lieber ganz verweigert als lückenhaft ausgeliefert wird.

Das Prüfungspaket ist eine einzelne Zip-Datei mit allen Belegen eines Wirtschaftsjahres, die Sie einem Betriebsprüfer des Finanzamts übergeben können. Meyster stellt sie auf Knopfdruck zusammen.

Warum es dieses Paket überhaupt gibt

Bei einer Betriebsprüfung darf das Finanzamt auf Ihre steuerlich relevanten Daten zugreifen. Dafür gibt es drei Wege: Der Prüfer liest direkt in Ihrem System (Z1), Sie werten die Daten selbst für ihn aus (Z2), oder Sie übergeben ihm die Daten auf einem Datenträger, zusammen mit einer Beschreibung ihres Aufbaus (Z3).

Meyster ist genau so ein Vorsystem: Die Rechnung, ihre Positionen, ihre Zahlungen und ihre Änderungshistorie leben hier und nirgendwo sonst. Das Prüfungspaket bedient Z3, und weil es die Firma allein erzeugt, ohne dass Meyster selbst beteiligt ist, bedient es damit auch Z2. Z1 bedient es nicht: Kein Prüfer bekommt einen Zugang zu Meyster. Deshalb muss das Paket für sich allein stehen und wirklich alles enthalten, was ein Prüfer braucht.

Das Prüfungspaket folgt dem Beschreibungsstandard, den die Finanzverwaltung für die Übergabe von Daten auf einem Datenträger vorsieht. Das bedeutet: Ein Prüfer, dessen Software diesen Standard kennt, kann das Paket direkt einlesen. Es bedeutet nicht, dass das Paket von einer Behörde geprüft, zertifiziert oder abgenommen wurde.

Wer das Paket erstellen darf

Nur der Inhaber Ihrer Firma kann ein Prüfungspaket erstellen. Ein Admin sieht den Bereich Betriebsprüfung, aber nur mit dem Hinweis, dass die Rolle Inhaber dafür nötig ist. Ein Mitglied sieht den Bereich gar nicht.

Was im Paket steckt

  1. Bereich öffnen

    Gehen Sie zu Betriebsprüfung.

  2. Wirtschaftsjahr wählen

    Zur Auswahl stehen die Jahre, in denen Ihre Firma mindestens eine Rechnung festgeschrieben hat.

  3. Paket erstellen

    Meyster stellt die Zip-Datei zusammen. Der Download-Link ist eine Stunde lang gültig.

Die Zip-Datei enthält:

Datei oder OrdnerInhalt
rechnungen.csvKopfdaten jeder Rechnung: Nummer, Datum, Beträge, Steuerergebnis
rechnungsabschnitte.csvDie Abschnitte, in die die Positionen jeder Rechnung gegliedert sind
rechnungspositionen.csvJede einzelne Position jeder Rechnung als eigene Zeile
zahlungen.csvDie eingegangenen Zahlungen und ihre Zuordnung zu Rechnungen
stornorechnungen.csvDie Stornorechnungen des Jahres und welche Rechnung sie stornieren
kunden.csvDie Stammdaten der Kunden, die auf einer Rechnung des Jahres stehen
eingangsrechnungen.csvDie im Jahr empfangenen strukturierten elektronischen Eingangsrechnungen
aenderungshistorie.csvDas Änderungsprotokoll zu allen Datensätzen im Paket
belege/Die archivierte PDF-Datei jeder Rechnung, und, wo vorhanden, ihre strukturierte XML-Datei
index.xmlDie Beschreibung des Pakets: jede Tabelle, jede Spalte mit ihrem Typ, und das verwendete Format
deckblatt.txtDas Deckblatt, siehe unten
verfahrensdokumentation.mdDie Verfahrensdokumentation zum Zeitpunkt der Erstellung
pruefsummen.txtEine SHA-256-Prüfsumme je Datei

Jede Tabellendatei ist eine Textdatei mit Semikolon als Trennzeichen, UTF-8 kodiert, mit doppelten Anführungszeichen als Textbegrenzer, Komma als Dezimaltrennzeichen und dem Datumsformat JJJJ-MM-TT. index.xml nennt dieses Format ausdrücklich, damit ein Prüfer es nicht erraten muss.

Die Rechnungstabelle nennt zu jeder Rechnung den Dateinamen ihres Belegs in belege/, sodass ein Prüfer von einer Zeile direkt zum passenden Dokument findet, ohne zu suchen.

Ein Prüfungspaket für 2025

meyster-betriebspruefung-2025.zip für die Müller Bedachungen GmbH enthält unter anderem:

  • rechnungen.csv mit der Zeile für RE-2025-0042, ausgestellt am 2025-03-14, Bruttobetrag 1.250,00
  • belege/rechnung-re-2025-0042.pdf, die archivierte Rechnung dazu
  • deckblatt.txt mit der Zeile Rechnungen (rechnungen.csv): 87 Zeilen

Warum das Deckblatt so viel enthält

Das Deckblatt (deckblatt.txt) ist der erste Text, den ein Prüfer liest. Es nennt Ihre Firma, das Wirtschaftsjahr, wann und von wem das Paket erstellt wurde, jede Tabelle mit ihrer Zeilenzahl, das Ergebnis der Rechnungsnummernfolge und die Aufbewahrungsgrundlage der Belege. Ein Prüfer muss so nicht erst jede Datei öffnen, um zu wissen, was das Paket enthält.

Zwei Dinge, auf die Sie stoßen werden

Das Paket verweigert sich, statt eine Lücke zu erzeugen

Fehlt der archivierte Beleg auch nur einer einzigen Rechnung des Jahres, etwa weil eine Archivdatei beschädigt ist, wird gar nichts erstellt. Die Fehlermeldung nennt genau die Rechnungsnummern, zu denen der Beleg fehlt.

Das ist Absicht, kein Schutz vor einem selten auftretenden Fehler. Das Paket wird einem Prüfer als Beweismittel übergeben. Ein Paket mit einer Lücke ist für Sie schlechter als gar kein Paket, denn es sieht aus wie eine vollständige Übergabe und ist es nicht. Bricht die Erstellung ab, bleibt Ihnen nichts zum Übergeben, aber Sie wissen wenigstens, woran es lag.

Das Ergebnis der Rechnungsnummernfolge

Das Deckblatt sagt, ob die Rechnungsnummern des Jahres lückenlos sind, und nennt jede fehlende Nummer, falls nicht. Wie dieser Test läuft, hängt von Ihrem Nummernschema ab:

Beispiel

Jahreswechseleingeschaltet

Melden Sie sich an, dann stehen hier Ihre eigenen Werte.

Wann Sie was nutzen

Ist der Jahreswechsel eingeschaltet, beginnt die Prüfung bei Nummer 1. Das Deckblatt zeigt, ob alle Nummern von 1 bis zur höchsten vergebenen Nummer des Jahres vorhanden sind.

Ist der Jahreswechsel ausgeschaltet, läuft Ihre Nummernreihe über die Jahre durch. Die Prüfung deckt dann nur den Bereich ab, der tatsächlich in diesem Jahr ausgestellt wurde, nicht den Bereich ab 1. Das Deckblatt sagt das ausdrücklich, damit niemand den geprüften Bereich falsch liest.

Mehr zur Nummernvergabe selbst steht unter GoBD und die Nummerierung von Rechnungen.

Wie das Paket sich von einem gewöhnlichen Export unterscheidet

Das Prüfungspaket ist kein Export für Sie selbst oder für Ihre Kundinnen und Kunden. Es enthält personenbezogene Daten Ihrer Kunden und ist ausschließlich für die Übergabe an eine Betriebsprüfung bestimmt. Für eine Kopie Ihrer eigenen Firmendaten nach der DSGVO lesen Sie Datenauskunft, Export und Löschung.